Rückblick – Teil 1 von 8 – Auswanderungspläne

Im Sommer 2016 war durch Zufall unser Urlaubsziel erstmalig Ungarn. Warum Ungarn?

Wie jedes Jahr suchten wir vergeblich ein Ferienhaus in dem es erlaubt war Hunde mitzubringen die über Rattengrößer drüber hinausgehen. Jeder Hundebesitzer der wie wir unerzogene Hunde besitzt legt Wert darauf, dass das Grundstück hoch eingezäunt ist, es Spielmöglichkeiten gibt, Abkühlung im Sommer und dass auch die eigenen Bedürfnisse wie Badengehen, Einkaufen usw möglich sind, ohne dass ein genervter Nachbar auf Hundegebell reagiert weil die Hunde eben nicht immer dabei sein können was man im Urlaub so unternimmt.

Durch einen Kontakt von Bianca bekamen wir genau so ein Haus zu unseren Vorstellungen, zum günstigen Preis bei total netten Leuten weil ein anderer Urlauber abgesagt hatte.

Puszta wir kommen!

Nun… nicht wie 90% aller Deutschen verschlug es uns nicht an den Plattensee, sondern in die Puszta. Süden, Süden, Süden Stopp!!! Kiskunfélegyháza war die nächste Stadt – unweit unseres Urlaubdomizils bei Angi & Rob. Die beiden – wir lernten sie dort erst kennen – sind die Vermieter unserer Urlaubs-Tanya. Nein Tanya ist keine vollbusige Prostitutierte die den Urlaub schön machen soll – nein Tanya nennt man in Ungarn die Bauernhäuser die nicht mehr in den Stadtgrenzen befindlich sind.

Tanyas haben Vor- und Nachteile. Einerseits zahlt man weniger Steuern für solche Häuser was ein Vorteil ist gerade wenn man mehrere Objekte besitzt. Nachteil ist, oft sind diese Häuser nur mit Offroad Fahrzeugen erreichbar am  besten mit einem Jeep oder SUV. Wer die Puszta besucht und auf eine Tanya muss oder sie anfahren muss: bitte lasst eure tiefergelegten hochpolierten 3-er BMWs und getunten Golfs zu Hause. Die bringt ihr nur ohne Auspuff sicher ans Ziel.

Unverdorben, freundlich, nicht-deutsch

Nun, wir verliebten uns in das Land. Die Unverdorbenheit der hier Lebenden. Hier ist nicht wichtig welche Jeans man trägt oder wie teuer die erste Rolex war. Damit kommt man hier nicht weit. Auch wer meint er muss hier nach Luxus Ausschau halten. Ferraris, Dolce Gabbana, 6-stelliger Jahresverdienst, Herrenhaus und Toskanvilla, Toilettenpapierspender aus Elfenbein… *Kotz* …  sowas findet man am Balaton. Dort ist alles schön eingedeutscht und alles genauso doof wie in Deutschland. Bildzeitung, Spiegelei, keiner spricht ungarisch alle nur deutsch uuuuuuuund: deutsche Preise. Fast so teuer wie in Deutschland. Ungarische Lebensweise: Null. Also was für Leute die eigentlich keinen Arsch in der Hose haben und richtig auswandern wollen und nur mit den Euroscheinen wedeln wollen. Der dumme Ungar wird sich dann schon bewegen.

Für uns stand fest:  So wenig wie möglich Deutschland.

Fremde Sprache, fremde Sitten, fremde Probleme. Ausländer sein. Randgruppe sein. Kein Anspruch auf Leistungen zu haben. Auf sich allein gestellt sein. Alles dreimal nachfragen. Die fremde Sprache lernen. Kollege sein und Hilfsbereitschaft zeigen. Dazu waren wir bereit. Wir wollten genau das.

Wir entschieden uns noch im Urlaub:
LET’S GO TO HUNGARY!!!

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